Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2020 Alle Rechte vorbehalten

„Bank für Verliebte“ bei Drjanowo – Ort für geteilte Gefühle inmitten der Natur

Nach dem Weihnachts- und Neujahrstrubel ist das nächste große Fest der Tag der Verliebten am 14. Februar, der zwar in Bulgarien nicht zu den traditionellen Festen gehört, aber dennoch an Beliebtheit zunimmt. Im Gegensatz zu Westeuropa, wo zum Valentinstag Postkarten geschrieben, Blumen und Konfekt verschenkt werden, zieht man in Bulgarien die Romantik vor und vereinsamt sich an schönen Orten, die übrigens das ganze Jahr über von Pärchen und sogar ganzen Familien aufgesucht werden. Es sind Orte, die sich in ein Symbol der Liebe verwandelt haben.

Geschichte der Bank der Verliebten

Keiner in Drjanowo und Umgebung kann sich daran erinnern, wann die ganz gewöhnliche Bank am Weg, der zum bekannten Kloster von Drjanowo führt, zum ersten Mal als „Bank der Verliebten“ bezeichnet worden ist. Der Ort hat es in sich, denn von hier aus hat man eine herrliche Aussicht auf einen schier unendlichen Wald, die im Sommer einem grünen Meer gleicht, auf dem das Drjanowo-Kloster zu schwimmen scheint. Wenn man genau hinschaut, kann man auch die Bahnlinie erkennen und den Verlauf des Drjanowska-Flusses ausmachen, der sich in der von ihm gegrabenen Schlucht schlängelt. Das ganze Jahr über kommen Menschen hierher; einige auch zum Klettern, denn die Felsen über der Stadt bieten beste Möglichkeiten dazu.


Bank der Verliebten verwandelt sich in einen Besuchermagneten

In den letzten Jahren ist die „Bank der Verliebten“ sehr populär geworden und wird von Touristen aus dem ganzen Land aufgesucht. Bis 2013 wurde sie von den Einwohnern der nahen Kleinstadt keinesfalls als eine Sehendwürdigkeit angesehen. Mit zunehmender Popularität musste sie jedoch auf Vordermann gebracht werden.

Wir fanden die „Bank der Verliebten“ in keinem guten Zustand vor“, erinnert sich Nikolaj Karagjosow, stellvertretender Bürgermeister von Drjanowo.

Wir brauchten aber nur einen Tag, um sie wieder in Ordnung zu bringen und zu streichen. Auf entsprechenden Hinweisschildern baten wir die Touristen, sie zu fotografieren und die Bilder ins Internet zu stellen. Das ungemein große Interesse überraschte uns. Es stellte sich heraus, dass sehr viele Menschen dorthin gehen. Selbst zwei Paare haben sich auf dieser Bank das Ja-Wort fürs Leben gegeben. Und so verwandelte sich die „Bank der Verliebten“ in eines der meistbesuchten Objekte von Drjanowo und das, ohne große Investitionen. An Ort und Stelle liegt ein Besucherbuch aus, in das jeder seine Meinung schreiben kann. Davon machen auch Ausländer regen Gebrauch – Deutsche, Russen, Letten, Franzosen… auch Besucher aus Kenia sind unter ihnen.


Das Buch war schnell voll und musste noch zwei Mal durch ein neues ausgetauscht werden. Einen Teil der Eintragungen haben wir in die Seite http://destinationdryanovo.com gestellt. Enthalten sind liebe Worte an die „bessere Hälfte“, als auch an Freunde, die Familie, auch wird die Natur gepriesen und die Erde überhaupt. Eine der Brautwerbungen hat genau am 14. Februar stattgefunden… Einmal haben wir von der Gemeinde den Verliebten zum Valentinstag eine Überraschung gemacht: In aller Frühe legten wir auf die Bank ein Geschenkpäckchen. Es war rührend, als man uns später Fotos zuschickte und sich für die nette Geste bedankte. Die Medien griffen schnell das Thema auf und priesen die Bank als einen der romantischsten Orte Bulgariens. Das Schönste ist und bleibt jedoch die Natur. Wir haben den Ort entsprechend gestaltet, damit man sich noch inniger an ihr erfreuen kann.“

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

Fotos: destinationdryanovo.com

mehr aus dieser Rubrik…

Kostenlose Sonnenschirme und Strandliegen sollen Touristen anlocken

An 17 Stränden der bulgarischen Schwarzmeerküste sollen Strandzubehör, wie Sonnenschirme und Liegen, unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, offerierte Tourismusministerin Nikolina Angelkowa während eines Besuches des Ferienortes..

veröffentlicht am 26.05.20 um 11:43

Die ehemaligen Tanzbären in Beliza erwarten Besucher

Pünktlich zum Tag der bulgarischen Tierparks am 18. Mai wurde der Park für gerettete Tanzbären in der Nähe von Beliza wieder für die Tierfreunde geöffnet. Besuche des Bärendorfs, das sich an den südwestlichen Hängen des Rila-Gebirgesanschmiegt, sind..

veröffentlicht am 24.05.20 um 06:40

Kjustendil – die „ewige Stadt“ mit den vielen Gesichtern

Die Geschichte der heutigen westbulgarischen Stadt Kjustendil lässt sich bis in die Neusteinzeit verfolgen. Der Ort ist bis heute für seine Thermalquellen bekannt. Bereits die alten Thraker wussten sie zu schätzen und erst recht die Römer, die die..

veröffentlicht am 22.05.20 um 17:27